Im Gespräch mit der MADEby diskutieren wir, ob Architekturbüros unbedingt anders aussehen müssen wie normale Büros.

Das eigene Büro ist Teil der Corporate Identity eines Unternehmens!

MADEby September 2015

Sollten Architekturbüros in der Arbeitsplatzgestaltung eine Vorbildfunktion übernehmen? Unbedingt. Wir müssen Vorbild sein, weil wir das leben sollten, was wir anderen vermitteln wollen. Und schließlich gelten alle Argumente für gute Arbeitswelt natürlich auch für Architekturbüros und die Kreativbranche. Das eigene Büro ist eine lebendige Visitenkarte und Teil der Corporate Identity eines Unternehmens. Die Räumlichkeiten sind Ausdruck der Kultur, der Werte und der Identität eines Büros, die es nach außen wie nach innen repräsentieren. Diese Vermittlerrolle ist beim Erstkontakt mit Kunden und bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter genauso wichtig wie für die Identifikation des Teams mit seinem Arbeitgeber.

Die Räumlichkeiten sind Ausdruck der Kultur, der Werte und der Identität eines Büros.

Haben Trends in der Büroraumgestaltung auch in Architekturbüros Spuren hinterlassen? Wir denken an das nonterritoriale Büro / Nomadenbüro, das Desksharing oder auch das Homeoffice.

Nonterritoriale Bürostrukturen machen Sinn, wenn viele Mitarbeiter im Außendienst tätig sind oder häufig Projektteams mit Externen zusammengestellt werden. Bei unserem Büroprojekt für Drees&Sommer war zum Beispiel genau das der Fall und das nonterritoriale Büro eine logische Konsequenz. Aus unserer Erfahrung ist das aber für Architektur- und Kreativbüros eher selten relevant, schon allein weil die permanente Arbeit mit Materialien häufige Platzwechsel unmöglich macht. Für unser Büro ist aber Kommunikation ein zentrales Thema im Arbeitsprozess, weshalb es bei uns viele unterschiedliche Kommunikationszonen für ganz unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse gibt. Ob informell, diskret, kleine oder große Runde – wir können für alles etwas anbieten. Ein weiteres Thema ist Flexibilität: Wir bearbeiten eine Vielzahl von Projekten mit wechselnden Teams. Eine offene Bürostruktur ist, aus diesem Grund und weil sie die informelle Kommunikation fördert, für uns die perfekte Lösung. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Virtualisierung. Wir arbeiten mit den Teams an unseren Standorten in Berlin, Hamburg, Moskau und Seoul gemeinsam an Projekten. Videokonferenzen sind bei ins alltäglich und eine kompatible und standardisierte IT-Infrastruktur die Basis für die Zusammenarbeit. Auch der „Cyberspace“ ist also ein Arbeitsraum, der gestaltet sein will.

Auch der „Cyberspace“ ist ein Arbeitsraum, der gestaltet sein will.

Benötigen Kreativ-Arbeitsplätze (wie sie in Architekturbüros überwiegen) ein anderes Arbeitsplatzumfeld als reine Verwaltungsfunktionen?

Wir sind uns sicher, dass wir durch ein inspirierendes Umfeld die Kreativität fördern können. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist (fast) das wichtigste Kapital eines Büros.

Studio Ippolito Fleitz Groupschlaich bergermann und partnerDrees & Sommer Stuttgart