Eine Werbeagentur kann auch für sich werben.
Zum Beispiel wie man dort arbeitet und Kunden empfängt.

Agentur Joussen Karliczek

Schorndorf / 2007

Eine Werbeagentur kann auch für sich werben.
Zum Beispiel wie man dort arbeitet und Kunden empfängt.

Agentur Joussen Karliczek

Schorndorf / 2007


Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Die Agentur Joussen Karliczek hat in einer ehemaligen Lederfabrik neue Räume bezogen. Bei seiner Entscheidung hat sich der Auftraggeber vom Charakter des Ortes faszinieren lassen. Das charmante Backsteingebäude erzählt auf lebendige Weise ein Stück Industriegeschichte. Zusätzlichen Charme verleiht ihm der am Gebäude vorbeifließende Fluss Rems. Für diesen inspirierenden Ort galt es, eine Umgebung zu schaffen, die repräsentativ ist und gleichzeitig den Anforderungen des Arbeitsalltags entspricht. Dies setzen wir um durch eine klare und präzise Raumarchitektur, die, aufgelöst in einzelne Schichten und Transparenzen, in Beziehung tritt mit dem historischen Gebäude. Der Ort erhält ein neues, unverwechselbares Gesicht, indem er wohnliche und industrielle Motive mit den Regeln der Corporate Architecture variiert.

Dieses Konzept wird bereits im Eingangsbereich deutlich. Durch eine großzügige Glasfront ist dieser bereits vom Treppenhaus aus sichtbar. Ein repräsentativer, eleganter Tresen mit dem Logo der Agentur markiert den offiziellen Empfang. Vor diesem befindet sich eine einladende Lounge mit offenem Kamin, einer Couch und großen Sesseln, die teilweise auch als Veranstaltungsort genutzt wird – und ein Kickertisch. Neben dem professionellen Habitus öffnet die Agentur dem Besucher damit gleichsam ihr Wohnzimmer und signalisiert ihren Kunden ein sehr persönliches Verhältnis in ungezwungener Atmosphäre.

Vom Empfang wird der Blick frei auf den Arbeitsbereich. Dieser wird abgegrenzt durch die freistehenden Stützen aus dem Bestand, die Akustikdecke aus weißen Schaumstoff-Lamellen und die erhöhte Lage auf einem mit Nadelfilz bezogenem Podest. Der Bereich gliedert sich in drei Zonen mit jeweils sechs Arbeitsplätzen. Die Unterteilung erfolgt über weit auskragende, cremefarben glänzende Raumteiler. Durch ihren schwebenden Charakter wird zwischen den einzelnen Units ausreichend Intimität geschaffen, ohne dabei den informellen Austausch zwischen den benachbarten Bereich zu behindern. Die Zonierung unterstreichen die in zwei schwarzen Balken über den Arbeitsplätzen untergebrachten Leuchten, die mit direkter und indirekter Beleuchtung eine perfekte Lichtsituation am Arbeitsplatz schaffen.

Der Raum zwischen Eingang und Arbeitsbereich wird genutzt für ein zurückgezogenes Büro, dem sich das Archiv anschließt. In diesem Büro herrscht eine konzentrierte Atmosphäre, wie sie insbesondere Texter für ihre Arbeit benötigen, ohne dass sich dieser Raum vom Geschehen in der Agentur abkapselt. Die Wände sind hier – wie überall in der Agentur – durch eine fast kulissenartig Fassade in verschiedenen Schichten aus geschlossener Wand, transparenter Fassade, Spiegelflächen und vorgehängten, perforierten MDF-Panelen aufgelöst. Die transparenten Elemente bestehen aus Kunststoffwaben-Panelen von Bencore und werden von schmalen, weiß gebeizten Fichte-Rahmen gefasst. Im Vorbeilaufen oder aus der Schräge betrachtet sind die Fassaden transluzent, während sie frontal davorstehend den Blick in den Raum gewähren. Die dunkelbraun gebeizten MDF-Panelen sind manchmal selbst Fassade oder dieser als weitere Ebene vorgehängt. Durch ihre Perforation verbessern sie zudem die Raumakustik. Das gesamte System erlaubt es je nach Anforderung, das Maß des Raumabschlusses nahtlos akustisch und visuell zu variieren.

Der Besucher wird vom Empfang von einem Lichtband aus 40 diagonal abgependelten Langfeldleuchten begleitet. Der Weg führt entlang des zentralen Besprechungsraumes, vorbei an den Sanitäranlagen und der offenen Bibliothek in den hinteren Bereich der Agentur.

Hier sind dem zentralen Arbeitsbereich die Büros der beiden Geschäftsführer vorgelagert. Mit diesem sind sie durch große, freischwingende Türen verbunden. Durch ihre Transparenz erlauben sie eine aktive Teilnahme am Agenturleben genauso wie den diskreten Rückzug. Beide Büros sind durch eine Tür miteinander verbunden und jeweils mit einer kleinen Besprechungsinsel ausgestattet. Der Boden ist mit hochflorigem Teppich ausgelegt, der auch im Texter-Büro und im Besprechungsraum verwendet wird.

Gegenüber befindet sich der Sozialraum. Als integraler Bestandteil des Agenturlebens präsentiert sich dieser nicht abgeschlossen, sondern offen und ist vielmehr Wohnküche als Personalraum. Geprägt wird er durch die entlang der Fassade verlaufende Küchenzeile und einen großen ovalen Tisch mit 14 Stühlen. An der Decke darüber ist ein Spiegelkreis angebracht. Unter dieser schwebt eine Lampenwolke, die dem Raum seine wohnliche Atmosphäre verleiht. Die Küchenzeile lässt sich zudem hinter einem großen Vorhang verbergen, so dass sich dieser Bereich in einen großen Besprechungsraum für viele Teilnehmer transformieren lässt. Die Wertigkeit seiner Elemente schaffen einen genügend repräsentativen Rahmen, um hier auch Meetings mit externen Teilnehmern zu veranstalten, ohne dabei den persönlichen Charakter aufzugeben. Indem man den Kunden diesen intimen Ort nicht vorenthält, setzt man ein Zeichen für das Vertrauensverhältnis in der gemeinsamen Beziehung.

Die Räume der Agentur finden ihren Abschluss im Übergang zum benachbarten Gebäudeteil, in den eine kleine Denkerzelle eingebaut ist. Diese maximal vom Agenturgeschehen entfernte Sitzinsel komplettiert das Angebot an Besprechungssituationen mit ganz unterschiedlichen Charakteren: vom Kamingespräch über die Stehbesprechung und den »Round-Table« bis zum diskreten Gespräch in den Büros der Geschäftsführer. Überall wechseln sich Arbeits- und Kommunikationsbereiche ab. Dabei passt die Agentur in kein formales Raster. Die Schichtung der Räume, Einbauten und Spiegel lassen immer wieder spannende Perspektiven und Überlagerungen sichtbar werden. So ist die Agentur mehr Landschaft als starrer Raum, mehr differenziertes Angebot an unterschiedlichen Momenten kreativ zu sein, als einfach nur ein Platz für Schreibtische.


Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects
Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Die Agentur ist mehr Landschaft als starrer Raum, mehr differenziertes Angebot an unterschiedlichen Momenten kreativ zu sein, als einfach nur ein Platz für Schreibtische.


Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects
Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Der Ort erhält ein neues, unverwechselbares Gesicht, indem er wohnliche und industrielle Motive mit den Regeln der Corporate Architecture variiert.

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects
Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Agentur Joussen Karliczek, Schorndorf. Ein Projekt von Ippolito Fleitz Group – Identity Architects

Grundriss

Kunde
  • Agentur Joussen Karliczek
Ort
  • Schorndorf
    In der alten Lederfabrik, Weilerstraße 6/1
Status
  • Realisiert (2007)
Kategorien
Fotograf/en
  • Zooey Braun
Team
  • Alexander Fehre
  • Gunter Fleitz
  • Silke Hoffmann
  • Peter Ippolito
  • Tim Lessmann
  • Minka Ludwig
Partner
  • Stefan Gabel (Farbberatung)
Copyright
  • Ippolito Fleitz Group